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Medienprojekte in der Erzieherausbildung

Medienprojekte sind an der AES ein Schwerpunkt der Ausbildung und sollen den Studierenden die Möglichkeit geben, die in der Schule erworbenen Fähigkeiten unmittelbar in der Praxis umzusetzen.
Unter Medien sind alle Formen der Arbeit mit Medien zu verstehen, wobei wir Wert darauf legen, dass die Studierenden während der Ausbildung möglichst viele Formen der kreativen Bearbeitung kennen lernen sollen und – bezogen auf die Interessen und Bedürfnisse der jeweiligen Klientel – anwenden können. Darüber hinaus sollen die Studierenden in die Lage versetzt werden, sich mit den Medien und deren zugrunde liegenden Techniken vertraut zu machen und selbst Umgangsweisen mit ihnen zu erarbeiten. Die Projektmethode ist unserer Einschätzung nach eine hervorragende Technik zur Bearbeitung von für die jeweiligen Gruppen interessanten Themen. Ausgehend vom Situationsansatz sollen die Studierenden lernen, Projekte aus Impulsen der Gruppe heraus zu entwickeln, zu planen, gegebenenfalls zu modifizieren, durchzuführen
und zu reflektieren.

Um Projekte in sozialpädagogischen Einrichtungen zu veranschaulichen, eignen sich Medien in besonderem Maße. In diesem Jahr werden folgende Medienprojekte angeboten:



Projekt: Video „Die Bilder das Laufen lehren“ – Videogestaltung

Hinter diesem Titel verbirgt sich die vorwiegend praktische Auseinandersetzung mit TV/Film. Die beinahe absolute Dominanz der visuellen Medien verlangt eine Auseinandersetzung mit denselben von Kindesbeinen an. Dabei geht es um die Entwicklung der „Medienkompetenz“, die durch praktische Durchführung von Filmprojekten erworben wird. Modellhaft kann innerhalb des Prozesses der Aufbau und die Durchführung eines Projektes eingeübt werden. Es sollen zunächst kleine Videofilme unterschiedlichster Genres von Soap, Kinderfilm bis Dokumentation hergestellt werden, um auf eine spätere Arbeit in den jeweiligen Einrichtungen vorzubereiten. In der Phase versuche ich das nötige Handwerkszeug zu vermitteln. Im zweiten Halbjahr steht die eigenständige Durchführung in einer Einrichtung Ihrer Wahl an. In dieser Phase bin ich beratend tätig.
Uwe Dörr

Projekt Medienk(l)ick: Kreative Gestaltung einer animierten Fotostory, eines Trickfilms oder, oder………!

In diesem Projekt werden Sie zum Medienmacher. Von der spritzigen Fotostory, dem animierten Trickfilm, der fiktiven Geschichte bis zum Bilderbuch, können Sie sich je nach Wunsch als WebdesignerIn, TrickfilmemacherIn, GeschichtenerzählerIn, FotografIn oder IllustratorIn austoben. Ein Projekt für alle, die sich im kreativen Umgang mit Computer und der digitalen Fotokamera noch etwas vertrauter machen möchten. Welche Möglichkeiten bietet eine moderne Textverarbeitung, wie setze ich Digitalfotos möglichst sinnvoll ein und bearbeite diese, und was setzte ich wie sprachlich um? Oder: Wie „mache“ ich einen Trickfilm oder meine eigene Bildergeschichte? Habe ich das Zeug zum Geschichten erzählen? Wenn Sie diese oder ähnliche Fragen gerne für sich beantworten würden, dann ist dieses Projekt etwas für Sie. Schritt für Schritt machen Sie sich mit verschiedenen fotografischen Perspektiven vertraut und gestalten Ihre eigenes Print- oder Online-Medium. Neben fotografischer Arbeit und einer Einführung in Layouttechniken sowie zielgruppengerechter Auswahl und Präsentation der Inhalte lernen Sie natürlich auch, wie ein Projekt geplant und umgesetzt wird.
Jutta Frank-Gropper

Projekt Hörspiel: Mit den Ohren sehen, denn die Welt ist Klang

Auch heute noch in den Zeiten des allgegenwärtigen Internets, das uns alle eingefangen hat, erfreuen sich Hörspiele und Hörbücher großer Beliebtheit. Es liegt also nahe, dieses Medium in der pädagogischen Arbeit gemeinsam mit Kindern/Jugendlichen/Erwachsenen/Alten/Menschen mit Behinderungen neu zu erfinden. Hilfreich dabei kann im Grunde alles sein, vom klingenden Kochtopf bis zur surrenden Fliege, von der zuschlagenden Autotür bis zur Klospülung. Der Fantasie ist auf der Klangsafari keine Grenzen gesetzt!
Die Technik ist im Überfluss vorhanden: MP3 Player, Handy, Diktiergerät, Minidisk-Player und sogar der gute alte Kassettenrekorder stehen zur Verfügung und bieten unterschiedliche Soundatmosphären, die Software für den Audioschnitt gibt es umsonst im Internet…
Das Highlight könnten Aufnahme und Sendung auf Radio Darmstadt (RADAR), dem lokalen, gut ausgestatteten Rundfunksender sein – eventuell auch später beim Medienprojekt in der Praxis kann eine solche Kooperation versucht werden.
Uwe Dörr

Projekt Theater:

„Theater ist der seligste Schlupfwinkel für diejenigen, die ihre Kindheit heimlich in die Tasche gesteckt und sich damit auf und davon gemacht haben, um bis an ihr Lebensende weiterzuspielen.“ – Max Reinhardt –

Um mit einer beliebigen Klientel ein Theaterprojekt durchführen zu können muss man die Kunst des Theaters erlernen. Der beste Weg dahin ist, selbst Theater zu spielen. Dies ist jedem Menschen möglich, der Lust und Bereitschaft mitbringt – großes Talent und Extrovertiertheit sind nicht erforderlich, wohl aber Mut und Neugier. Ich werde Euch mit den wesentlichen Gestaltungselementen des Theaters, wie sie ja einige von Euch schon bei der Projektwoche erlebt haben, in einem lustvollen und energetischen Probenprozess vertraut machen. Die „Proben“ finden im Raum des Theaterlabors statt, der sich gleich beim Bahnhof befindet, denn dort verfügen wir über einen Fundus an Requisiten und Kostümen. Ich freue mich auf eine fruchtbare Zusammenarbeit!
Nadja Soukup, Schauspielerin und Coach

Projekt Schattenspiel:

Es ist ein spannender Moment, wenn ein Kind zum ersten Mal seinen eigenen Schatten entdeckt. Bald beginnt es, mit diesem zu spielen. Zauberhafte Figuren treten auf, der eigenen Schatten kann riesengroß und wieder klein werden, den eigenen Schatten können wir nicht fangen, wohl aber den der anderen. Schaffe ich es, meinen eigenen Schatten zu überspringen?
Das Schattenspiel lädt auch uns Erwachsene auf vielfältige Art zum Entdecken, Bewegen und Gestalten ein. Spielen wir hinter einer Wand, so bietet uns diese einen Schutz, der uns einen freieren Ausdruck ermöglichen kann. Musik und Materialien können dabei zusätzliche Impulse geben und uns zu weiteren Gestaltungsmöglichkeiten verleiten. In diesem Projekt werden wir Schattenfiguren aus Pappe oder anderen Materialien herstellen, unseren Körper als Schattenfigur einsetzen, Schattenspielhintergründe gestalten, Musik unterstützend und impulsgebend einsetzen und kleine Schattenspiele entwickeln.
Stephanie Buchwald-Perl

Projekt Musikgeschichten:

Geschichten, Musik, Tanz, Verkleidung, Rollenspiel – all das sind Dinge, die Kinder ansprechen und faszinieren.
Im pädagogischen Alltag sind Musik- und Tanzgeschichten gut einsetzbar, da sie spontan aus den Ideen der Kinder entwickelt werden können. Sie bieten damit die Möglichkeit, aktuelle Themen der Kinder gemeinsam aufzugreifen und ihnen einen besonderen Ausdruck zu verleihen. Innerhalb des Projektes erproben wir verschiedene Zugangsmöglichkeiten für diesen Bereich. Fragen, die wir bearbeiten, können sein:

• wie entwickeln wir gemeinsam eine Geschichte?
• welche Musik eignet sich als Bewegungsmusik?
• wie führe ich eine Gruppe zu einer Bewegungsimprovisation?
• wie kann ich aus einer Improvisation einen Tanz/eine Gestaltung entwickeln?
• welche Materialien regen uns zu Bewegungen an?
• welche Möglichkeiten bietet uns diesbezüglich das elementare Instrumentarium?
Stephanie Buchwald-Perl

Projekt Landart: Kunst mit und in der Natur

Skulpturen aus zarten Blütenblättern, schwebende Steinspiralen, feurige Gemälde aus buntem Herbstlaub – Landart zeigt uns die Natur neu und ist dabei die älteste Kunstform, die wir kennen.
Bei diesem Projekt werden Sie zum Landart-Künstler. Sie schärfen Ihre Sinne, Wahrnehmung und Intuition. Sie erleben eine bunte, erlebnisreiche Kunst die Spaß macht und Spaß am Einfachen weckt. Schritt für Schritt möchte ich Sie mit den verschiedenen Techniken der Landart-Kunst vertraut machen, Ihre Freude am Gestalten und kreativen Ausdruck wecken oder weiter wachsen lassen. Gleichzeitig lernen Sie einen erlebnisorientierten Zugang zur Natur mit vielen umweltpädagogischen Aspekten kennen. Wie kaum eine andere Kunst ist Landart abhängig von dem, was der Tag uns bietet. Denn wir arbeiten draußen, mit bloßen Händen. Wind, Sonne, Regen werden unsere treuen Begleiter sein. Carpe diem!
Jutta Frank-Gropper

Projekt Material:

Was macht das eine Ding wertlos, das andere dagegen wertvoll? Materialien können uns ansprechen und irritieren, sie regen die Phantasie und unsere Gestaltungskräfte an. Materialien können so inszeniert und präsentiert werden, dass Kinder ermutigt werden, sich mit allen Sinnen damit auseinander zu setzen. Dabei werden Wahrnehmung, Bewegung, Handeln und Denken zu einer Einheit gebracht.
Die Auseinandersetzung mit Material kann sowohl für uns Erwachsene als auch für Kinder als Anregung zur Welt-Selbsterkundung dienen und vermittelt damit wichtige pädagogische Kompetenzen. In diesem Projekt wollen wir mit den unterschiedlichsten Materialien experimentieren und eine neue Herangehensweise und vielleicht einen völlig anderen Umgang mit den Dingen erlernen. Wer Spaß daran hat mit den Händen etwas zu gestalten, sollte sich von diesem Projekt angesprochen fühlen.
Experimentierfreude, Geduld und Ausdauer sind weitere nützliche Eigenschaften.
Sigrun Simon

Projekt „Vom Greifen zum Begreifen“: ein Experiment mit Ton

Ton als erster Werkstoff, aus dem der Mensch ein vollständig Neues geformt hat.
Er lässt sich mit den Händen greifen und lässt begreifen. Bewegung erhält durch ihn Gestalt. Ton ist ursprünglich, schöpferisch, erdig, intensiv und leidenschaftlich. Es vereinen sich eine große Vielseitigkeit und unendliche Geduld in diesem Material. Im Mittelpunkt des Projektes steht zunächst das Experimentieren mit dem Material Ton sowie das Selbsterfahren unterschiedlichster Methoden wie beispielsweise dem
„Blind-Gestalten“ mit Ton oder dem „Arbeiten am Tonfeld“ nach Deuser. Sie erfahren etwas über geschichtliche Hintergründe und verschiedene Techniken der kreativen Verarbeitung von Ton. Der Prozess des schöpferischen Arbeitens steht im Zentrum des Projektes und soll sie dazu befähigen, eigene Ideen zu entwickeln und diese kreativ in die Praxis umsetzen zu können.
Also an alle, die Lust und Spaß haben sich auf das sinnliche Experiment „Ton“ einzulassen!!
Jennifer Krebs/Natalie Buschbauer

Projekt Kreativ-Werkstatt:

Wie sollte ein Atelier oder eine Werkstatt ausgestattet sein, um Kinder zu explorativen Erkundungen und überraschenden Entdeckungen anzuregen? Welche Methoden gibt es, um bei Kindern kreative Prozesse zu initiieren und diese weiter voran zu bringen? Wie gelingt es Erziehern/innen, eine kreative Atmosphäre zu schaffen? Mit diesen und weiteren Fragen werden wir uns in diesem Projekt beschäftigen.
Darüber hinaus wollen wir unterschiedliche Materialien und deren Bearbeitung kennen lernen. Je nach den Interessen der Teilnehmer kann ein Material wie z.B. Ton, Holz, Stein, Papier etc. vertiefend bearbeitet werden. In einem kreativen Prozess wollen wir dreidimensionale Objekte/Skulpturen formen. Wer sich von Material angezogen fühlt und Lust hat, mit seinen Händen etwas zu formen, sollte sich angesprochen fühlen. Experimentierfreude und Ausdauer sollten auch mitgebracht werden. Sigrun Simon