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Heilerziehungspfleger/in

Das Leben hält für uns alle besondere Herausforderungen bereit. Für einige Menschen sind diese aus verschiedenen Gründen nicht ohne Unterstützung zu bewältigen. Die Hauptaufgabe einer Fachkraft für Heilerziehungspflege besteht darin, Menschen in ihrem Alltag zu begleiten und ihnen zu helfen, wenn es notwendig ist.

Wenn Ihnen diese Berufsbeschreibung gefällt, gibt es an der Alice-Eleonoren-Schule die Möglichkeit, eine Ausbildung zur Fachkraft für Heilerziehungspflege zu machen. Es gibt keine Altersbeschränkung und eine staatliche Förderung über sogenannte Bildungsgutscheine ist möglich. Die Ausbildung dauert 3 Jahre.

Während der ersten beiden Ausbildungsjahre lernen Sie in unserer Fachschule für Sozialwesen am Standort Kyritzschule die berufsbezogenen theoretischen Grundlagen für Ihre spätere Arbeit. Praxiserfahrung erhalten Sie während dieser Zeit innerhalb des praktisch orientierten Unterrichtes und während eines je sechswöchigen Praktikums.

Während des 3. Ausbildungsabschnittes arbeiten Sie in einer Praxisstelle und werden zusätzlich von einer Lehrkraft der Schule betreut. Dieser Ausbildungsabschnitt wird tarifgebunden (siehe „Finanzierung“) entlohnt.

Das Arbeitsfeld eines Heilerziehungspflegers ist vielfältig und umfasst u.a. die Bereiche:

  • Einrichtungen für Menschen mit Behinderung
  • Kitas
  • Wohnheime
  • Schulen und Förderschulen
Aufgabe, Zielsetzung und Berechtigungen

Ziel der Ausbildung ist die Befähigung, in sozialpflegerischen Bereichen als Fachkraft für Heilerziehungspflege selbständig und verantwortlich tätig zu sein. Wer die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat, ist berechtigt, die Berufsbezeichnung
Staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerin/ Staatlich anerkannten Heilerziehungspfleger
zu führen.
Zusätzlich kann die allgemeine Fachhochschulreife erworben werden.

Dauer und Gliederung der Ausbildung

Die Ausbildung dauert drei Jahre. Sie gliedert sich in eine überwiegend fachtheoretische Ausbildung von zwei Jahren an der Fachschule für Sozialwesen /Fachrichtung Heilerziehungspflege und ein anschließendes Berufspraktikum von einem Jahr, das in sozialpflegerischen bzw. sozialpädagogischen Einrichtungen abgeleistet wird.
Die überwiegend fachtheoretische Ausbildung wird mit einer theoretischen Prüfung abgeschlossen. Das Berufspraktikum wird mit einer Prüfung zur staatlichen Anerkennung (Kolloquium) abgeschlossen.

Inhalte der Ausbildung

Die Ausbildung erfolgt nach Rahmenlehrplänen. Projekt- und handlungsorientierte Lehr- und Lernansätze stehen im Vordergrund. Um auf die Übernahme von Verantwortung im sozialpflegerischen Berufsumfeld vorzubereiten, geht es in der Ausbildung neben der Vermittlung von Fachwissen auch um persönliche Weiterentwicklung. Dabei greifen wir die Erfahrungen, Interessen und Einstellungen der Studierenden auf.

Mit dem erfolgreichen Abschluss der Fachschule wird die Fachhochschulreife zuerkannt, wenn Studierende am Zusatzunterricht in Mathematik (3 Stunden pro Woche) teilgenommen und die entsprechende Zusatzprüfung bestanden haben.

Aufnahmevoraussetzung
  • Zeugnis des Mittleren Abschlusses oder ein als gleichwertig anerkanntes Zeugnis.
  • Einen Berufsabschluss als Staatlich geprüfte Sozialassistentin, als Staatlich geprüfter Sozialassistent oder den Abschluss einer einschlägigen anerkannten Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer aufbauend auf dem mittleren Abschluss oder die erfolgreiche Teilnahme an einer Feststellungsprüfung zum Nachweis einer gleichwertigen beruflichen Vorbildung.

Voraussetzung für die Zulassung zur Feststellungsprüfung ist eine gleichwertige berufliche Vorbildung. Diese kann nachgewiesen werden durch:

  1. eine einschlägige Vollzeitberufstätigkeit von 36 Monaten oder
  2. eine abgeschlossene in- oder ausländische Berufsausbildung, die Kompetenzen vermittelt hat, die einer Qualifikation der Niveaustufe 4 des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) entsprechen, und eine mindestens dreimonatige einschlägige Vollzeitberufstätigkeit oder ein entsprechendes Vollzeitpraktikum oder
  3. eine Tätigkeit als Tagespflegeperson von 33 Monaten Dauer, nachzuweisen über das örtliche Jugendamt, und eine mindestens dreimonatige einschlägige Vollzeitberufstätigkeit oder ein entsprechendes Vollzeitpraktikum oder
  4. das Abitur und eine mindestens dreimonatige einschlägige Vollzeitberufstätigkeit oder ein entsprechendes Vollzeitpraktikum oder
  5. die Fachhochschulreife aus der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe oder des beruflichen Gymnasiums und eine mindestens 3-monatige einschlägige Vollzeitberufstätigkeit oder ein entsprechendes Vollzeitpraktikum; einschlägige Praktika zum Erwerb der Fachhochschulreife werden auf die dreimonatige Tätigkeit angerechnet oder
  6. der Abschluss der Fachoberschule, Form A oder B, und eine mindestens dreimonatige einschlägige Vollzeitberufstätigkeit oder ein entsprechendes Vollzeitpraktikum.

Die jeweilige einschlägige Vollzeitberufstätigkeit oder das jeweils entsprechende Vollzeitpraktikum ist in sozialpädagogischen Einrichtungen abzuleisten.
Auf die Vollzeitberufstätigkeit sind nach Satz 1 Nr. 1 bis zu einer Dauer von insgesamt höchstens 24 Monaten anzurechnen:

    • erzieherische und pflegerische Tätigkeit in der Familie mit mindestens einem Kind oder einer pflegebedürftigen oder behinderten Person bis zu einer maximalen Anrechnungsdauer von 12 Monaten,
    • die Ableistung eines sozialen Jahres im Sinne des Bundesfreiwilligendienstes oder gleichgestellter Dienste; der absolvierte Dienst muss im Hinblick auf die gewählte Fachrichtung geeignet sein,
    • einschlägige Vollzeitpraktika in sozialpädagogischen oder sozialpflegerischen Einrichtungen bis zu einer maximalen Anrechnungsdauer von 12 Monaten, Teilzeitpraktika sind entsprechend umzurechnen,
    • Auslandsaufenthalte als Au-Pair bis zu einer maximalen Anrechnungsdauer von 12 Monaten,
    • ehrenamtliche Tätigkeit in der Arbeit mit Bezugsgruppen bis zu einer maximalen Anrechnungsdauer von 12 Monaten; addierte Nachweise im Umfang von mindestens 140 Stunden werden jeweils als Arbeitsmonat gewertet.

Bei Teilzeit verlängert sich die Dauer entsprechend.

  • Bestandteil der Feststellungsprüfung ist ein Gespräch über Ihre sozialpflegerischen oder sozialpädagogischen Erfahrungen.
  • Falls Sie den allgemeinbildenden Schulabschluss nicht im deutschsprachigen Raum erworben haben, fügen Sie bitte dem Antrag einen Gleichstellungsbescheid und den Nachweis Ihrer Deutschkenntnisse auf dem Niveau C1 (gemeinsamer europäischer Referenzrahmen) bei.
Bewerbungsverfahren

Der Bewerbung sind folgende Unterlagen beizufügen:

  • Ein Anschreiben
  • ein Aufnahmeantrag (siehe Downloads)
  • ein Lebenslauf in tabellarischer Form und ein Lichtbild neuesten Datums
  • die ZeugnisseBeurteilungen und Bescheinigungen über die in 1 und 2 geforderten Bildungs- und  Ausbildungsabschlüsse, Praktika und berufliche Tätigkeiten
    – Zeugnisse. Beurteilungen und Kopien müssen in amtlich beglaubigter Abschrift oder Kopie vorgelegt werden
    – aus den Bescheinigungen über die berufliche Tätigkeit sollen Art und Dauer der einzelnen Tätigkeiten sowie die wöchentliche Arbeitszeit hervorgehen.
    –  wenn zum Zeitpunkt der Bewerbung Schulbesuch, Praktika, berufliche Ausbildungen und Tätigkeiten noch nicht abgeschlossen sind, ist zunächst die Vorlage von   Halbjahreszeugnissen  bzw. vorläufigen Bescheinigungen/Beurteilungen erforderlich.
    – Abschlusszeugnisse und abschließende Bescheinigungen/Beurteilungen sind spätestens bei Aufnahme der Ausbildung nachzureichen.
  • gegebenenfalls Bescheinigungen über Art und Dauer sozialpädagogischer oder sozialpflegerischer Erfahrungen
  • eine schriftliche Erklärung der Bewerberin/des Bewerbers darüber, ob sie/er sich einem vorausgegangenen Auswahlverfahren an einer Fachschule für Sozialwesen in Hessen unterzogen bzw. ob sie/er eine andere Fachschule für Sozialwesen bereits besucht und die Abschlussprüfung abgelegt und nicht bestanden hat (siehe Downloads)
  • Erklärung, dass sie /er das ärztliche Zeugnis über die gesundheitliche Eignung bei Aufnahme der Ausbildung vorlegen wird (die ärztliche Bescheinigung darf bis zu diesem Zeitpunkt nicht älter als zwei Monate sein.)
  • zwei adressierte und ausreichend frankierte Briefumschläge für Benachrichtigungen.

Wenn zum Zeitpunkt der Bewerbung die Mittlere Reife noch nicht erworben wurde oder Praktika, berufliche Ausbildungen und Tätigkeiten usw. noch nicht abgeschlossen sind, erfolgt die Aufnahme unter dem Vorbehalt, dass der jeweilige Abschluss bis zum Eintritt in die Ausbildung nachgewiesen wird.

Die Aufnahme ist nicht möglich, wenn der Bewerber und die Bewerberin

  • die Aufnahmevoraussetzungen nicht erfüllt bzw. nicht nachweisen kann oder
  • aus gesundheitlichen Gründen für den Beruf der Heilerziehungspflegerin/des Heilerziehungspflegers nicht geeignet ist oder
  • die Staatliche Abschlussprüfung an einer anderen Fachschule für Sozialwesen nicht bestanden hat.

Soweit freie Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen, können Bewerberinnen und Bewerber in den zweiten Ausbildungsabschnitt aufgenommen werden, wenn sie die entsprechenden Aufnahmevoraussetzungen für die Fachschule für Sozialwesen erfüllen und sich einer Aufnahmeprüfung mit Erfolg unterzogen haben.

Ist die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber größer als die Zahl der zur Verfügung stehenden Ausbildungsplätze, wird ein Auswahlverfahren durchgeführt.

Finanzierung

Für die Ausbildung an der Alice-Eleonoren-Schule wird kein Schulgeld erhoben. Lehr- und Lernmittel werden im Rahmen der vom Land Hessen zugewiesenen Mittel zur Verfügung gestellt.

Für persönliche Materialien, Literatur, Exkursionen, Papier, Hefte, Ordner, Projekte usw. sollte allerdings mit einem Betrag von ca. 25 Euro monatlich gerechnet werden. Diese Materialien gehören nicht zum schulischen Haushalt und müssen von den Studierenden privat getragen werden.

Im ersten Ausbildungsabschnitt wird je eine Projektwoche mit außerschulischen Experten mit den Schwerpunkten Medien bzw. Naturwissenschaftliches Experimentieren/naturkundliche Erfahrungen/Erlebnispädagogik durchgeführt. Kostenbeitrag: 50 Euro.
Bei der Finanzplanung ist weiterhin zu berücksichtigen, dass während der Ausbildung eine Studienfahrt durchgeführt werden kann. Die Kosten können bis zu 250 Euro betragen.
Zur Finanzierung des Lebensunterhaltes können für den ersten und zweiten Ausbildungsabschnitt Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BaföG/Meister BaföG) beim Amt für Ausbildungsförderung gestellt werden.
Eine umfassende Linkliste der Agentur für Arbeit finden Sie hier.
Weiterhin ist im Einzelfall eine Förderung der Ausbildung als berufliche Weiterbildung durch das Arbeitsamt möglich.

Das Berufspraktikum ist ein vergütungs- und sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis. Für Ausbildungsstellen in öffentlicher Trägerschaft bemisst sich die Vergütung nach dem Tarifvertrag (TVPrakt) über die Regelungen der Arbeitsbedingungen der Praktikantinnen und Praktikanten für Berufe des Sozial- und Erziehungsdienstes.
Da wir seit dem Schuljahr 2010/11 FKS AZAV-zertifiziert sind, können Sie ggf. bei der Agentur für Arbeit Bildungsgutscheine beantragen, die Sie bei uns einlösen können.

Die Anerkennungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) ist eine Verordnung des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit vom 02. April 2012 und regelt die Anerkennung (Akkreditierung) von fachkundigen Stellen und die Zertifizierung von Bildungsträgern und Bildungsmaßnahmen.

Weiter Infos finden Sie unter folgendem Link:
Bildungsgutschein.

Stephanie Buchwald-Perl
aes@darmstadt.de

Sekretariat:
Kapellplatz 2
64283 Darmstadt
Tel.: 06151-13480400
Fax: 06151-13480440

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